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(un)Happy Halloween

Halloween hat in den USA eine lange Tradition.

In Deutschland ist es mittlerweile zwar ebenso bekannt, aber nicht gefeiert. Deshalb bin ich froh dieses Jahr über Halloween in New York zu sein. Einmal zu sehen wie das richtig geht.

Nun habe ich leider keinen Urlaub und der 31.10. fällt auf einen Donnerstag. Aber halb so wild, dann gehe ich eben nach der Arbeit los!

Ich plane nach Manhattan mit dem Zug rein zu fahren und mir dort meinen Weg von der Penn Station in Richtung Greenwhich Village zu bahnen um die große Halloweenparade zu sehen. Letztes Jahr ist sie wegen dem Supersturm Sandy ausgefallen und dieses Jahr zum 40 jährigem Jubiläum darf man also einiges erwarten. Ich habe natürlich kein Kostüm, das kommt mir unpassend vor wenn ich alleine unterwegs bin. Heute bin ich lieber ein stiller Beobachter und gucke mir das Spektakel der anderen an.

So viel zum Plan.

Morgens und während des Tages merkt man nicht viel davon das Halloween ist lediglich an den Sprüchen der Radiokommentatoren, sonst ist ein Donnerstag wie jeder andere auch.

Der Rückweg vom Büro zum Apartment sieht da schon deutlich anders aus. Natürlich sind die Häuser und Straßen schon seit Tagen dekoriert, aber jetzt sind sie voll mit überwiegend kostümierten Kindern und solchen die es im Geiste geblieben sind. Man muss vorsichtig um die Kurven fahren weil man nie so genau weiß welches Monster gleich um die Ecke gesprungen kommen könnte. Das darf man an dieser Stelle ruhig wörtlich nehmen.

Ich erreiche die Auffahrt zum Apartment und schaue mich kurz um bevor ich den Wagen verlasse. Ich wollte nicht von Kindern überrascht werden und keine Süßigkeiten dabei haben. Im Umkreis von 20 Metern ist niemand zu sehen. Ich riskiere es und gehe zur Haustür. Oben angekommen Mache ich mir etwas zu essen und mache mich fertig für den kommenden Ausflug in die Stadt. Wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich überall noch Leute in Kostümen herumlaufen. Ich mag dieses Bild. Schöne Tradition und irgendwie angenehmer als Karneval. Die Leute hier geben sich wirklich Mühe mit der Umsetzung ihrer Ideen.

Mein Weg führt mich also zum Bahnhof wo ich den Zug nach Manhattan nehmen möchte. Ich ziehe mein Ticket am Automaten und gehe zum Gleis hinaus. Es sind noch 10 Minuten bis der Zug lt. Plan da sein soll. Ich sitze noch keine Minute, da verrät mir die Stimme durch den Lautsprecher das mein Zug ausfällt. Der nächste kommt in 45 Minuten. Nicht gut! Die Parade geht um 19 Uhr los. Ich wäre mit diesem Zug um 19 Uhr angekommen und hätte noch 20 Minuten laufen müssen. Nun würde ich vermutlich viel zu spät ankommen. Aber versuchen will ich es trotzdem. Der zweite Zug kommt rechtzeitig. Zu meiner Schande ist dies der Zug der jede kleine Haltestelle mitnimmt und es gibt Probleme mit dem Stromnetz weswegen unsere Fahrzeit sich noch weiter lerängert. Ich erreiche den Madison Square Garden um kurz nach 20 Uhr. Die Zugfahrt war interessant. Wegen der Stromstörung ist das Licht ständig an und aus gegangen... und das an Halloween. Gestalten Links und rechts von mir sind geschminkt und sehen teilweise echt gruselig aus und dann geht das Licht ständig aus... Naja, ich bin ja heile angekommen. Die Straßen sind voll!

Ich schiebe mich zwischen einer Menge Gestalten vorwärst. Mir fällt auf dass das Thema MOnster und Gruselgestalten immer weiter in den Hintergrund rückt. Zwar sind (zum Glück) noch sehr viele und auch sehr gute Verkleidungen aus dem Gruselsektor dabei aber es schwächt doch stark ab. So kommt es das ich ungefähr 100 Minions und 30 Hello Kittys begegnet bin. Tja, was solls. Ist wenigstens nett anzusehen.

Das gilt im übrigen nicht für die Stadt. Ich hatte mehr Deko erwartet. In Babylon sind die Straßen, Läden und Häuser größtenteils geschmückt, aber hier . Fehlanzeige. Zum Glück besticht Manhattan durch die Menschenmengen. Wenn so viele Leute, dicht an dicht, durch die Straßen laufen, dann hat das auch etwas von Deko. Die Polizei ist im Großaufgebot anwesend. An jedem Block sieht man sie stehen.

Langsam aber sicher geht es weiter. Die Menschendichte wird aber nicht weniger, also kann ich mein Tempo nicht erhöhen. Ihr ahnt sicher schon das passiert was passieren musste. Ich komme zu spät. Ihr müsst euch kurz vorstellen wie ich mich gefühlt habe. Ich laufe den Weg von der 31. Straße runter bis zu 6sten nur um festzustellen das ich umsonst hier hergelaufen bin. Die 'Party' war zwar noch im Gange - die einzelnen Bars und Straßen waren noch proppe voll - aber das eigentliche Spektakel habe ich verpasst. Es hat mich nur wenig aufgeheitert das ich auf dem Rückweg am Blood Manor vorbeigelaufen bin. Ein Haus, das zu Halloween zur Geisterbahn umfunktioniert wird. Es wartetet eine elend lange Schlange vor den Türen. Ich habe schon viel von diesen Haunted Häusern gehört, wolte mich aber nicht so lange anstellen. Ausserdem genieße ich das Bad in der Menge zu sehr.  Kurze Zeit später komme ich zum Beispiel an einem kleinem Müllhaufen vorbei. Nichts ungewöhnliches in Manhattan. Allerdings sprang plötzlich einer der Müllsäcke auf und fing fürchterlich an zu schreien! Das wiederum ist ungewöhnlich! Eine Menge Leute schreien erschrocken mit und kurze Zeit später senkt sich der Müllsack wieder. Es ist schwer zu sagen ob eine Person oder eine Mechanik dafür verantwortlich ist, weil man wirklich nichts erkennt. Super verkleidet in jedemfall. Dem Schrei nach war es aber ein Mensch. Das erstaunt mich wirklich, denn der Beutel liegt nun so flach auf dem Boden das man wirklich keinen Menschen mehr darunter vermuten würde.  Von nun an wird das laufen leichter. mehr und mehr Menschen verschwinden in den Bars und Clubs. Viele sind eventuell schon wieder auf dem Weg nach Hause.

Wegen meinen neuesten Erfahrungen mit dem Zug riskiere ich es besser nicht meinen Zug zu verpassen. Meine Schritte werden schneller und ich lasse einen nach dem anderen Block hinter mir.

Der Rückweg verläuft ohne weitere Probleme. Schließlich habe ich ja jetzt auch nichts mehr vor... Murphys Law emotion

 

Ich bin zwar noch immer enttäuscht das ich die Parade nicht gesehen habe, aber ihr kennt mich. Ich bin Optimist. Der Tag war alles in allem nicht so schlecht. Ich bin froh über die Eindrücke meines ersten 'richtigen' Halloweens.

6.11.13 00:00

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