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Vom Büffel umterm Wasserfall

Gute’n’abend! Wie das Mainzelmännchen zu sagen pflegt.

Ich habt euch im Internet vor Langeweile also wieder einmal hier her verirrt. Nagut, ich werde euch mit einer Geschichte die Zeit vertreiben.

Die Geschichte von Büffeln unterm Wasserfall.

Es war einmal... ok, ok, es war genau am 26. Oktober 2013.

Mein Wecker klingelt an einem Samstagmorgen... diese Tatsache alleine ist schon dramatisch genung, wenn nicht auch noch der Raum so bitter kalt wäre. Ich bleibe noch 5 Minuten im warmen Bett bevor ich mich  ins ebenfalls kalte Badezimmer schicke. Seit dem ich wieder in New York bin und die Temperaturen gefallen sind habe ich festgestellt dass die Heizung im Apartment nicht funktioniert. Das ist ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Ich kann Abenden auf der Couch mit dicker Decke einiges abgewinnen. Nur sieht das morgens immer ein wenig anders aus. Wie dem auch ist. Ich mache mich fertig und verlasse das Haus. Der nächste Schritt ist das Auto von einer leichten Eisschicht zu befreien bevor ich eine gute halbe Stunde zum JFK Flughafen fahre. Die Straßen sind noch weitestgehend leer, das macht die Fahrt in den frühen Morgenstunden erträglicher. Die Heizung arbeitet. Ich bin zufrieden.

Den Wagen parke ich im Parkhaus direkt vor dem Terminal ziehe das Ticket um 6 Uhr. Ich mache mich auf den Weg um mein Flugticket zu drucken und das Gate aufzusuchen. Der Gang wird zur Routine. Die letzten Wochen bin ich so viel geflogen, die Sicherheitskontrollen und das Zurechtfinden ist kein Problem. Es geht nocheinmal durch den Körperscanner und dann zum Gate. Der Flug war pünktlich und problemlos. Eine knappe Stunde Flugzeit und wir landen. Damit habe ich den Staat New York jetzt einmal diagonal überflogen und bin an der kanadischen Grenze in Buffalo gelandet. Buffalo also, ja? Ich kann verstehen wieso diese Stadt so heißt. Man braucht ein dickes Fell wie das Wappentier, der Büffel. Es ist fürchterlich kalt hier. Der Wind peitscht und trägt leichten Regen mit sich. Nicht gerade optimale Bedingungen für einen Ausflug, aber wir haben ja alle gelernt das es kein schlechtes Wetter gibt.

Ein Taxi bringt mich in 20-30 Minuten zum Besucherzentrum von dem es nur 10 Minuten Fußweg sind bis zu meinem eigentlichen Ziel.

Auf meinem Fußmarsch laufe ich durch einen Park, das knirschen und knacken der Blätter und Steine unter meinen Schuhen wird immer leiser weil etwas anderes immer lauter wird. Es ist ein typischer Herbsttag. Kalt, nass und irgendwie ungemütlich. Trotzdem bleibe ich kurz stehen um einmal tief Luft zu holen. Ich mache mir bewusst wo ich gerade bin und wie sehr ich das schätzen sollte. Kurz darauf setzen sich meine Mundwinkel in Bewegung und trotzen der Schwerkraft auf ihrem Weg nach oben. Ich setze mich wieder in Bewegung und schüttel die Kälte ab. Es riecht nach Wasser. Die Luft schmeckt sauber hier. Der Park ist mit all den bunten Blättern auf dem Boden trotzdem (oder auch gerade deswegen?) schön anzusehen. Meine Schritte werden wieder schneller. Es ist nicht mehr weit. Das Rauschen des Wassers ist nun nicht mehr zu überhören. Noch ein kleiner Hügel und ich kann es bestimmt schon seh.... und tatsächlich, ich bin angekommen.

Ich stehe nun vor dem wohl berühmtesten Wasserfall der Welt. Die Niagarafälle sind atemberaubend. Ich muss sagen es ist nicht ganz so wie ich es erwartet habe, aber trotzdem nicht weniger imposant.

Die Wassermassen stürzen sich tosend den Abhang hinunter und bieten ein erstaunliches Bild und Geräuschkulisse. Der Wind verweht das aufgewirbelte Wasser und es bilden sich ganze Windböen aus Wasser. Ein bisschen hatte es den Anschein als ob es sich diese Wasserböen es zum festen Plan gemacht hatten die Touristen möglichst nass zu bekommen. Es bot sich ein lustiges Schauspiel aus Leuten die einerseits Fotos machen wollten und andereseits ihre Kameras nicht dem Wasser aussetzen wollten. Ich stand eine Weile einfach nur da und habe die Eindrücke mit allen Sinnen aufgenommen.

Da sich die Neugierde meldete und ich den Rest erkunden wollte begab ich mich wieder in Bewegung. Mir kamen einige Menschen mit Regenponchos entgegen. Alle in blau und mit dem selben Logo auf der Brust.

Maid of the Mist.

Nur ein paar Schritte weiter habe ich herausgefunden was es damit aufsichhat. Es gibt eine Bootstour direkt an den Wasserfällen entlang. Touristen bekommen diese Regenponchos damit sie nicht total durchnässt zurück kommen. Eigentlich keine schlechte Idee. Ich habe noch Zeit und würde das auch gerne machen.

Im Kassenhäusschen finde ich dann einen Zettel im Fenster. Die Bootstour ist heute frei. Was?... Wieso? Ich lese den Zettel nochmal. Kein Fehler, aber leider auch nicht mehr an Infos. Bevor es sich jemand anders überlegt begebe ich mich auf dem Weg zum Eingang. Ich werde freundlich durchgewunken und bekomme ebenfalls einen blauen Poncho. Meine kalten Finger tun sich etwas schwer den Knoten in die Kapuzenschnüre zu bekommen. Es geht mit einem Lift 200 Fuß (61m) in die tiefe zur Anlegestelle der Boote. Während ich auf das nächste Boot wartete und versuche dem Wind bestmöglich auszuweichen möchte ich herausfinden wieso die Tour heute umsonst ist. Direkt hinter mir steht eine Person die schon zum 6. Mal hier ist. Er verrät mir dass der Preis normalerweise bei 15,50$ liegt. Da heute allerdings der letzte Tag der Saison ist wird (vermutlich aus Werbezwecken) die Tour umsonst angeboten. Glück muss man haben! Auch wenn 11,50€ nicht die Welt sind ist es ein gutes Gefühl. Wäre ich auch nur einen Tag später angereist hätte ich das nicht erleben können.

Unser Boot kommt an. Eine Horde an Touristen verlässt das Boot und die nächste entert. Ich habe mir einen Platz ganz vorne auf dem oberen Deck gesichert. Ich dachte mir dort habe ich die beste Aussicht und kein Dach oder irgendwelche Pfeiler im Weg die meine Sicht blockieren. In der Theorie sicher eine gute Idee, aber die Praxis sah anders aus. Je näher wir den Wasserfällen kamen umso nasser wurde es, bis es schließlich so schlimm wurde das ich meine Kamera und mich aus der Gefahrenzone und unter Deck begeben habe. Der Ausblick war bis dahin allerdings unbezahlbar. Felsvorsprünge, brausendes Wasser, Nebelwände und Möwen so weit das Auge reicht. Von den Touristen auf dem Boot, die durch den nassen Boden und dem starkem Wind immer wieder das Gleichgewicht verloren, ganz zu schweigen. Aber man passte aufeinander auf. Man machte Fotos für andere und half bei den rutschigen Treppenstufen. Ich habe nicht die geringste Ahnung wie lange die Fahrt gedauert hat. Ich war mit dem Wetter und der Umgebung zu sehr beschäftigt bin aber froh gewesen als wir die Anlegestelle ansteuern und uns wieder von Bord begeben. Nach dieser fantastischen (aber leider auch sehr nassen & kalten) Erfahrung wurden wir direkt zum Souvenirshop geleitet bevor wir den Ausgang nutzen konnten. Für die meisten von uns war das der perfekte Ort um wieder etwas Wärme zu tanken und nasse Kleidung zu wechseln.

Nun habe ich reichlich Bilder gemacht und im Grunde genug gesehen. Ich spatziere nocheinmal durch die Parkanlage und gucke nach einer Beschäftgung für die nächsten 2 Stunden bis ich wieder zum Flughafen muss. Da fällt mir das Gespräch vom Taxifahrer wieder ein. Er gab mir den Tipp ein Indianercasino zu besuchen. Das Seneca Niagara. Es sei das größte und imposanteste in der Gegend und umfasst gleich mehrere Blocks.

Das Casino war nicht schwer zu finden. Es ist das größte Gebäude weit und breit und nur unweit vom Park entfernt. Hier habe ich eine warme Mahlzeit bekommen und mich in aller Ruhe umgesehen. Es gab ein Hotel, ein riesiges Casino, mehrer Restaurants und Shops. Es gab Livemusik im Casinobereich und Wifi. Hier kann man sich schon beschäftigen.

Aber nach einiger Zeit ging es für mich dann wieder zurück zum Flughafen. Auf dem Weg dorthin sehe ich im Augenwinkel einen Plastikbüffel unter einem künstlichen Wasserfall stehen. Ich muss grinsen. Ein gutes Gefühl breitet sich aus. Am Flughafen lasse ich mich entspannt in den Sitz fallen und reflektiere über die vergangenen Wochen. Nun realisiere ich, das ich alle meine geplanten Vorhaben bereits umgesetzt habe. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Die kommenden Wochen werde ich mich dann um New York City kümmern und mir Long Island etwas genauer ansehen.

Der Rückflug lief wieder einwandfrei. Ich habe mir meinen  Wagen für ca. 14 Stunden parken für 33 Dollar frei kaufen können und bin damit zurück zum Apartment.

Würde ich alles nocheinmal genauso machen? Ja! Aber morgen schlafe ich aus. ;-)

https://www.dropbox.com/photos/c/E7O3GqAwwkTG5C5

P.S.

Die Heizung im Apartment ist übrigens in der Zwischenzeit wieder zum laufen gebracht worden.

 

1.11.13 17:04

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