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(un)Happy Halloween

Halloween hat in den USA eine lange Tradition.

In Deutschland ist es mittlerweile zwar ebenso bekannt, aber nicht gefeiert. Deshalb bin ich froh dieses Jahr über Halloween in New York zu sein. Einmal zu sehen wie das richtig geht.

Nun habe ich leider keinen Urlaub und der 31.10. fällt auf einen Donnerstag. Aber halb so wild, dann gehe ich eben nach der Arbeit los!

Ich plane nach Manhattan mit dem Zug rein zu fahren und mir dort meinen Weg von der Penn Station in Richtung Greenwhich Village zu bahnen um die große Halloweenparade zu sehen. Letztes Jahr ist sie wegen dem Supersturm Sandy ausgefallen und dieses Jahr zum 40 jährigem Jubiläum darf man also einiges erwarten. Ich habe natürlich kein Kostüm, das kommt mir unpassend vor wenn ich alleine unterwegs bin. Heute bin ich lieber ein stiller Beobachter und gucke mir das Spektakel der anderen an.

So viel zum Plan.

Morgens und während des Tages merkt man nicht viel davon das Halloween ist lediglich an den Sprüchen der Radiokommentatoren, sonst ist ein Donnerstag wie jeder andere auch.

Der Rückweg vom Büro zum Apartment sieht da schon deutlich anders aus. Natürlich sind die Häuser und Straßen schon seit Tagen dekoriert, aber jetzt sind sie voll mit überwiegend kostümierten Kindern und solchen die es im Geiste geblieben sind. Man muss vorsichtig um die Kurven fahren weil man nie so genau weiß welches Monster gleich um die Ecke gesprungen kommen könnte. Das darf man an dieser Stelle ruhig wörtlich nehmen.

Ich erreiche die Auffahrt zum Apartment und schaue mich kurz um bevor ich den Wagen verlasse. Ich wollte nicht von Kindern überrascht werden und keine Süßigkeiten dabei haben. Im Umkreis von 20 Metern ist niemand zu sehen. Ich riskiere es und gehe zur Haustür. Oben angekommen Mache ich mir etwas zu essen und mache mich fertig für den kommenden Ausflug in die Stadt. Wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich überall noch Leute in Kostümen herumlaufen. Ich mag dieses Bild. Schöne Tradition und irgendwie angenehmer als Karneval. Die Leute hier geben sich wirklich Mühe mit der Umsetzung ihrer Ideen.

Mein Weg führt mich also zum Bahnhof wo ich den Zug nach Manhattan nehmen möchte. Ich ziehe mein Ticket am Automaten und gehe zum Gleis hinaus. Es sind noch 10 Minuten bis der Zug lt. Plan da sein soll. Ich sitze noch keine Minute, da verrät mir die Stimme durch den Lautsprecher das mein Zug ausfällt. Der nächste kommt in 45 Minuten. Nicht gut! Die Parade geht um 19 Uhr los. Ich wäre mit diesem Zug um 19 Uhr angekommen und hätte noch 20 Minuten laufen müssen. Nun würde ich vermutlich viel zu spät ankommen. Aber versuchen will ich es trotzdem. Der zweite Zug kommt rechtzeitig. Zu meiner Schande ist dies der Zug der jede kleine Haltestelle mitnimmt und es gibt Probleme mit dem Stromnetz weswegen unsere Fahrzeit sich noch weiter lerängert. Ich erreiche den Madison Square Garden um kurz nach 20 Uhr. Die Zugfahrt war interessant. Wegen der Stromstörung ist das Licht ständig an und aus gegangen... und das an Halloween. Gestalten Links und rechts von mir sind geschminkt und sehen teilweise echt gruselig aus und dann geht das Licht ständig aus... Naja, ich bin ja heile angekommen. Die Straßen sind voll!

Ich schiebe mich zwischen einer Menge Gestalten vorwärst. Mir fällt auf dass das Thema MOnster und Gruselgestalten immer weiter in den Hintergrund rückt. Zwar sind (zum Glück) noch sehr viele und auch sehr gute Verkleidungen aus dem Gruselsektor dabei aber es schwächt doch stark ab. So kommt es das ich ungefähr 100 Minions und 30 Hello Kittys begegnet bin. Tja, was solls. Ist wenigstens nett anzusehen.

Das gilt im übrigen nicht für die Stadt. Ich hatte mehr Deko erwartet. In Babylon sind die Straßen, Läden und Häuser größtenteils geschmückt, aber hier . Fehlanzeige. Zum Glück besticht Manhattan durch die Menschenmengen. Wenn so viele Leute, dicht an dicht, durch die Straßen laufen, dann hat das auch etwas von Deko. Die Polizei ist im Großaufgebot anwesend. An jedem Block sieht man sie stehen.

Langsam aber sicher geht es weiter. Die Menschendichte wird aber nicht weniger, also kann ich mein Tempo nicht erhöhen. Ihr ahnt sicher schon das passiert was passieren musste. Ich komme zu spät. Ihr müsst euch kurz vorstellen wie ich mich gefühlt habe. Ich laufe den Weg von der 31. Straße runter bis zu 6sten nur um festzustellen das ich umsonst hier hergelaufen bin. Die 'Party' war zwar noch im Gange - die einzelnen Bars und Straßen waren noch proppe voll - aber das eigentliche Spektakel habe ich verpasst. Es hat mich nur wenig aufgeheitert das ich auf dem Rückweg am Blood Manor vorbeigelaufen bin. Ein Haus, das zu Halloween zur Geisterbahn umfunktioniert wird. Es wartetet eine elend lange Schlange vor den Türen. Ich habe schon viel von diesen Haunted Häusern gehört, wolte mich aber nicht so lange anstellen. Ausserdem genieße ich das Bad in der Menge zu sehr.  Kurze Zeit später komme ich zum Beispiel an einem kleinem Müllhaufen vorbei. Nichts ungewöhnliches in Manhattan. Allerdings sprang plötzlich einer der Müllsäcke auf und fing fürchterlich an zu schreien! Das wiederum ist ungewöhnlich! Eine Menge Leute schreien erschrocken mit und kurze Zeit später senkt sich der Müllsack wieder. Es ist schwer zu sagen ob eine Person oder eine Mechanik dafür verantwortlich ist, weil man wirklich nichts erkennt. Super verkleidet in jedemfall. Dem Schrei nach war es aber ein Mensch. Das erstaunt mich wirklich, denn der Beutel liegt nun so flach auf dem Boden das man wirklich keinen Menschen mehr darunter vermuten würde.  Von nun an wird das laufen leichter. mehr und mehr Menschen verschwinden in den Bars und Clubs. Viele sind eventuell schon wieder auf dem Weg nach Hause.

Wegen meinen neuesten Erfahrungen mit dem Zug riskiere ich es besser nicht meinen Zug zu verpassen. Meine Schritte werden schneller und ich lasse einen nach dem anderen Block hinter mir.

Der Rückweg verläuft ohne weitere Probleme. Schließlich habe ich ja jetzt auch nichts mehr vor... Murphys Law emotion

 

Ich bin zwar noch immer enttäuscht das ich die Parade nicht gesehen habe, aber ihr kennt mich. Ich bin Optimist. Der Tag war alles in allem nicht so schlecht. Ich bin froh über die Eindrücke meines ersten 'richtigen' Halloweens.

6.11.13 00:00, kommentieren

Vom Büffel umterm Wasserfall

Gute’n’abend! Wie das Mainzelmännchen zu sagen pflegt.

Ich habt euch im Internet vor Langeweile also wieder einmal hier her verirrt. Nagut, ich werde euch mit einer Geschichte die Zeit vertreiben.

Die Geschichte von Büffeln unterm Wasserfall.

Es war einmal... ok, ok, es war genau am 26. Oktober 2013.

Mein Wecker klingelt an einem Samstagmorgen... diese Tatsache alleine ist schon dramatisch genung, wenn nicht auch noch der Raum so bitter kalt wäre. Ich bleibe noch 5 Minuten im warmen Bett bevor ich mich  ins ebenfalls kalte Badezimmer schicke. Seit dem ich wieder in New York bin und die Temperaturen gefallen sind habe ich festgestellt dass die Heizung im Apartment nicht funktioniert. Das ist ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Ich kann Abenden auf der Couch mit dicker Decke einiges abgewinnen. Nur sieht das morgens immer ein wenig anders aus. Wie dem auch ist. Ich mache mich fertig und verlasse das Haus. Der nächste Schritt ist das Auto von einer leichten Eisschicht zu befreien bevor ich eine gute halbe Stunde zum JFK Flughafen fahre. Die Straßen sind noch weitestgehend leer, das macht die Fahrt in den frühen Morgenstunden erträglicher. Die Heizung arbeitet. Ich bin zufrieden.

Den Wagen parke ich im Parkhaus direkt vor dem Terminal ziehe das Ticket um 6 Uhr. Ich mache mich auf den Weg um mein Flugticket zu drucken und das Gate aufzusuchen. Der Gang wird zur Routine. Die letzten Wochen bin ich so viel geflogen, die Sicherheitskontrollen und das Zurechtfinden ist kein Problem. Es geht nocheinmal durch den Körperscanner und dann zum Gate. Der Flug war pünktlich und problemlos. Eine knappe Stunde Flugzeit und wir landen. Damit habe ich den Staat New York jetzt einmal diagonal überflogen und bin an der kanadischen Grenze in Buffalo gelandet. Buffalo also, ja? Ich kann verstehen wieso diese Stadt so heißt. Man braucht ein dickes Fell wie das Wappentier, der Büffel. Es ist fürchterlich kalt hier. Der Wind peitscht und trägt leichten Regen mit sich. Nicht gerade optimale Bedingungen für einen Ausflug, aber wir haben ja alle gelernt das es kein schlechtes Wetter gibt.

Ein Taxi bringt mich in 20-30 Minuten zum Besucherzentrum von dem es nur 10 Minuten Fußweg sind bis zu meinem eigentlichen Ziel.

Auf meinem Fußmarsch laufe ich durch einen Park, das knirschen und knacken der Blätter und Steine unter meinen Schuhen wird immer leiser weil etwas anderes immer lauter wird. Es ist ein typischer Herbsttag. Kalt, nass und irgendwie ungemütlich. Trotzdem bleibe ich kurz stehen um einmal tief Luft zu holen. Ich mache mir bewusst wo ich gerade bin und wie sehr ich das schätzen sollte. Kurz darauf setzen sich meine Mundwinkel in Bewegung und trotzen der Schwerkraft auf ihrem Weg nach oben. Ich setze mich wieder in Bewegung und schüttel die Kälte ab. Es riecht nach Wasser. Die Luft schmeckt sauber hier. Der Park ist mit all den bunten Blättern auf dem Boden trotzdem (oder auch gerade deswegen?) schön anzusehen. Meine Schritte werden wieder schneller. Es ist nicht mehr weit. Das Rauschen des Wassers ist nun nicht mehr zu überhören. Noch ein kleiner Hügel und ich kann es bestimmt schon seh.... und tatsächlich, ich bin angekommen.

Ich stehe nun vor dem wohl berühmtesten Wasserfall der Welt. Die Niagarafälle sind atemberaubend. Ich muss sagen es ist nicht ganz so wie ich es erwartet habe, aber trotzdem nicht weniger imposant.

Die Wassermassen stürzen sich tosend den Abhang hinunter und bieten ein erstaunliches Bild und Geräuschkulisse. Der Wind verweht das aufgewirbelte Wasser und es bilden sich ganze Windböen aus Wasser. Ein bisschen hatte es den Anschein als ob es sich diese Wasserböen es zum festen Plan gemacht hatten die Touristen möglichst nass zu bekommen. Es bot sich ein lustiges Schauspiel aus Leuten die einerseits Fotos machen wollten und andereseits ihre Kameras nicht dem Wasser aussetzen wollten. Ich stand eine Weile einfach nur da und habe die Eindrücke mit allen Sinnen aufgenommen.

Da sich die Neugierde meldete und ich den Rest erkunden wollte begab ich mich wieder in Bewegung. Mir kamen einige Menschen mit Regenponchos entgegen. Alle in blau und mit dem selben Logo auf der Brust.

Maid of the Mist.

Nur ein paar Schritte weiter habe ich herausgefunden was es damit aufsichhat. Es gibt eine Bootstour direkt an den Wasserfällen entlang. Touristen bekommen diese Regenponchos damit sie nicht total durchnässt zurück kommen. Eigentlich keine schlechte Idee. Ich habe noch Zeit und würde das auch gerne machen.

Im Kassenhäusschen finde ich dann einen Zettel im Fenster. Die Bootstour ist heute frei. Was?... Wieso? Ich lese den Zettel nochmal. Kein Fehler, aber leider auch nicht mehr an Infos. Bevor es sich jemand anders überlegt begebe ich mich auf dem Weg zum Eingang. Ich werde freundlich durchgewunken und bekomme ebenfalls einen blauen Poncho. Meine kalten Finger tun sich etwas schwer den Knoten in die Kapuzenschnüre zu bekommen. Es geht mit einem Lift 200 Fuß (61m) in die tiefe zur Anlegestelle der Boote. Während ich auf das nächste Boot wartete und versuche dem Wind bestmöglich auszuweichen möchte ich herausfinden wieso die Tour heute umsonst ist. Direkt hinter mir steht eine Person die schon zum 6. Mal hier ist. Er verrät mir dass der Preis normalerweise bei 15,50$ liegt. Da heute allerdings der letzte Tag der Saison ist wird (vermutlich aus Werbezwecken) die Tour umsonst angeboten. Glück muss man haben! Auch wenn 11,50€ nicht die Welt sind ist es ein gutes Gefühl. Wäre ich auch nur einen Tag später angereist hätte ich das nicht erleben können.

Unser Boot kommt an. Eine Horde an Touristen verlässt das Boot und die nächste entert. Ich habe mir einen Platz ganz vorne auf dem oberen Deck gesichert. Ich dachte mir dort habe ich die beste Aussicht und kein Dach oder irgendwelche Pfeiler im Weg die meine Sicht blockieren. In der Theorie sicher eine gute Idee, aber die Praxis sah anders aus. Je näher wir den Wasserfällen kamen umso nasser wurde es, bis es schließlich so schlimm wurde das ich meine Kamera und mich aus der Gefahrenzone und unter Deck begeben habe. Der Ausblick war bis dahin allerdings unbezahlbar. Felsvorsprünge, brausendes Wasser, Nebelwände und Möwen so weit das Auge reicht. Von den Touristen auf dem Boot, die durch den nassen Boden und dem starkem Wind immer wieder das Gleichgewicht verloren, ganz zu schweigen. Aber man passte aufeinander auf. Man machte Fotos für andere und half bei den rutschigen Treppenstufen. Ich habe nicht die geringste Ahnung wie lange die Fahrt gedauert hat. Ich war mit dem Wetter und der Umgebung zu sehr beschäftigt bin aber froh gewesen als wir die Anlegestelle ansteuern und uns wieder von Bord begeben. Nach dieser fantastischen (aber leider auch sehr nassen & kalten) Erfahrung wurden wir direkt zum Souvenirshop geleitet bevor wir den Ausgang nutzen konnten. Für die meisten von uns war das der perfekte Ort um wieder etwas Wärme zu tanken und nasse Kleidung zu wechseln.

Nun habe ich reichlich Bilder gemacht und im Grunde genug gesehen. Ich spatziere nocheinmal durch die Parkanlage und gucke nach einer Beschäftgung für die nächsten 2 Stunden bis ich wieder zum Flughafen muss. Da fällt mir das Gespräch vom Taxifahrer wieder ein. Er gab mir den Tipp ein Indianercasino zu besuchen. Das Seneca Niagara. Es sei das größte und imposanteste in der Gegend und umfasst gleich mehrere Blocks.

Das Casino war nicht schwer zu finden. Es ist das größte Gebäude weit und breit und nur unweit vom Park entfernt. Hier habe ich eine warme Mahlzeit bekommen und mich in aller Ruhe umgesehen. Es gab ein Hotel, ein riesiges Casino, mehrer Restaurants und Shops. Es gab Livemusik im Casinobereich und Wifi. Hier kann man sich schon beschäftigen.

Aber nach einiger Zeit ging es für mich dann wieder zurück zum Flughafen. Auf dem Weg dorthin sehe ich im Augenwinkel einen Plastikbüffel unter einem künstlichen Wasserfall stehen. Ich muss grinsen. Ein gutes Gefühl breitet sich aus. Am Flughafen lasse ich mich entspannt in den Sitz fallen und reflektiere über die vergangenen Wochen. Nun realisiere ich, das ich alle meine geplanten Vorhaben bereits umgesetzt habe. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Die kommenden Wochen werde ich mich dann um New York City kümmern und mir Long Island etwas genauer ansehen.

Der Rückflug lief wieder einwandfrei. Ich habe mir meinen  Wagen für ca. 14 Stunden parken für 33 Dollar frei kaufen können und bin damit zurück zum Apartment.

Würde ich alles nocheinmal genauso machen? Ja! Aber morgen schlafe ich aus. ;-)

https://www.dropbox.com/photos/c/E7O3GqAwwkTG5C5

P.S.

Die Heizung im Apartment ist übrigens in der Zwischenzeit wieder zum laufen gebracht worden.

 

1.11.13 17:04, kommentieren

Alles auf Anfang

Wir setzen den Zeiger auf 0 und fangen nochmal von neu an.

Hier sitze ich nun im Shuttle vom Flughafen in Richtung meiner neuen Bleibe. Der Bus ist voll von Touristen. Er ist so voll, dass das Gepäck der Passagiere auf den ersten zwei Sitzreihen gestaüelt werden musste und trotzdem noch ein Platz fehlte. Meiner... Nun gab es da eine kleine Ecke des Sitzes die  noch frei war und das war dann mein Platz, insofern ich nicht auf dem Boden im Gang sitzen wollte. Na das geht ja gut los war mein Gedanke. Zum Glück gehörte ich zu den ersten die den Bus wieder verlassen mussten und so habe ich nicht lange dort aushalten müssen. Wir sind nun in Miami Beach (South Beach), dem Herzen der Touristengebiete. Ich begebe mich auf die Suche nach meinem neuen zu hause für die kommenden 11 Nächte. Das Wort Suche ist dabei keinesfalls untertrieben, denn zunächsteinmal laufe ich vollkommen darann vorbei. Auch beim zweiten Anlauf bin ich mir nicht 100% sicher ob ich hier richtig bin. Die Hausnummer stimmt, allerdings befindet sich hier ein Restaurant und wenn ich den kleinen Weg folge komme ich an ein paar Türen vorbei aber ohne Hinweis auf mein Hostel.  Ein Glück dass da gerade eine Reinigungskraft vorbei kam und mich fragte ob ich das Hostel suche. Sie zeigte mir den Weg. Eine der unbeschrifteten Türen war der Eingang zum Aufzug und damit zum Hostel. Der Aufzug ist sauber und die Reinigungskraft freundlich. Das stimmt mich schonmal vorsichtig positiv. Im 3. Stock angekommen betrete ich die Rezeption/Küche/Aufenthaltsraum/Esszimmer-Mischung. Das klingt zunächst ziemlich abschreckend ist es aber ganz und gar nicht! Es war alles äusserst sauber und sehr modern. Wiklich schick eingerichtet. Nobel würde ich sagen.

Ich stelle meinen Koffer an die Seite und lerne George kennen. George ist ein sehr ambitionierter Rezeptionist. Nach meinem Check in zeigt er mir die Räumlichkeiten. Ich darf verraten das ich das meiste bereits gesehen habe indem ich den ersten Raum betreten habe. Also ging es ein Stockwerk tiefer. Hier wartet mein Bett auf mich. Besser gesagt, hier warten alle Betten auf mich! Wir betreten einen offenen Schlafsaal. ´20 Etagenbetten mit relativ großen, abschließbaren Schubladen. Ich hatte mich am Flughafen darauf vorbereitet und wusste was mich erwartet, andernfalls wäre ich nun vermutlich umgedreht. Denn das gehobene Ambiente mach nun Platz für eine praktische Massenmenschhaltung. Es sind zwar immernoch sehr gute Betten, bequem, kein Dreck und neuwertig, aber alleine die Tatsache das es 40 in einem Raum sind ist erstaunlich. Irgendwo muss sich der super Preis aber begründen.

Es ging weiter zu den sanitären Anlagen. Ebenfalls sehr sauber und schick gehalten. Allerdings platzsparend gebaut. So kommt es dann, dass ich auf der Toilette meine Beine am besten ausserhalb der Kabine lassen sollte wenn ich sie benutzen möchte. Sobald ich die Kabine dann wieder öffne muss ich aufpassen das gerade niemand am Washbecken vor mir steht, denn sonst würde ich ihm/ihr die Tür in den Rücken hauen. Die Duschen hingegen sind ohne Makel. Schlafraum, Toiletten und Duschen sind gemischt, d.h. werden von beiden Geschlechtern genutzt. Es gibt nicht gerade viele Duschen und Toiletten. Das macht die Sache interessant. So kann es sein das man zu den Hauptzeiten auch mal etwas Wartezeit in Kauf nehmen muss.

Auch wenn es in diesem Hostel ein paar kleine Abstriche gibt muss ich sagen das ich mich hier sehr wohl fühle.

Das Einschlafen ist nicht immer ganz einfach, da dass Licht gegen 1 Uhr Nachts gedimmt wird und es immer viel Bewegung und Unterhaltungen gibt. Eine Schlafmaske und Ohrstöpsel kann man allerdings an der Rezeption bekommen

Nur gegen Nachbar im Etagenbett ist kein Kraut gewachsen, wenn dieser sein Bett alle 15 Minuten verlässt um zur Toilette zu gehen... Es handelt sich hier um ein Jugendhostel. Da darf man diese Dinge aber vorher erwarten und ich bin solche Dinge noch von früher gewohnt. Mein Zwillingsbruder und ich habe uns lange Zeit ein Etagenbett geteilt und so bin ich geübt darin dort zu schlafen. Danke fürs Training Jens :-)

Der nächste Morgen beinhaltet immer ein Frühstück, bestehend aus Toastbrot und Konfitüre. Es gibt auch Müsli und Obst und natürlich Kaffe und Tee. Sehr überschaubar, aber ich bin nicht wählerisch und finde es für den Preis den ich für diese Top Lage bezahle wirklich gut.

Jeden Abend von 18 - 19 Uhr gibt es Cocktails umsonst. Der Haken? Ich muss zu einer bestimmten Bar laufen und der Barkeeper hätte gerne Trinkgeld. Also doch nicht ganz umsonst, aber sehr sehr günstig. Gute Sache bevor es ins Nachtleben geht.

Was dieses Hostel sonst noch sehr aussergewöhnlich macht ist der Pool auf der Dachterasse. Wieder sehr nobel und schick angelegt. Wann kann man sowas schonmal in einem Hostel finden? Nicht oft.  Ja, hier lässt es sich aushalten.

Dazu kommt eben die super Lage. Es ist nur einen Block vom Strand entfernt, was 2 Minuten zu Fuß bedeutet und Einkaufsmöglichkeiten gibt es ohne Ende. Miami Beach ist eine Touristentraum. Neben dem berühmten Strand mit dem blauen und sehr sehr warmen Ozean gibt es Restaurants, Bars, Diskos, Museen, Denkmäler und und und  alles in der näheren Umgebung. Dafür kann man den Bus auf der INsel nehmen  und für 25 amerikanische Cents fahren oder sich eines der unzähligen Fortbewegungsmittel wie z.B. Segways, Fahrräder, Roller, Skateboards (alles meistens elektrisch)... leihen.

Wer keine Lust mehr hat sich hier aufzuhalten ist in 15 Minuten mit dem Bus für 3 Dollar in Miami Downtown. Dort sind die Möglichkeiten noch größer. Allerdings verliert Miami, meiner Meinung nach, hier seinen Charme. Es wird schnell dreckiger und kommt einem krimineller vor. Ich habe mich lieber in South Beach aufgehalten und am Strand meinen Sonnenbrand ausgebaut. 

In Miami Downtown habe ich von George den Tipp bekommen einem amerikanischen Hobby zu fröhnen. Dem Schiessen.

Ich bin kein Freund von Feuerwaffen und wollte im Grunde schon dankend ablehnen da mir die Erfahrungen vom Rummelplatz reichen wo ich mit dem Gewehr kleine Ziele abschiesse. George sagte mir dann weiter, dass dies keine Handfeuerwaffen sein. Er sprach von vollautomatischen Maschinengewehren und Schnellschusswaffen.

Er selber ist dort schon gewesen uns möchte mir das nicht vorenthalten. Mein INteresse ist geweckt, da ich so eine Möglichkeit nicht oft bekomme. Alles was ich brauche ist mein Ausweis, eine gedeckte Kreditkarte und schon bekomme ich 3 der gefährlichsten Schusswaffen in die Hand gedrückt und darf auf eine Zeilscheibe feuern. Ein kurzes Training von 5 Minuten reicht um mich 'auszubilden' und wie einer der großen Actionschauspieler zu fühlen.

25 Rounds :: IMI Uzi
25 Rounds :: Colt M4 Commando
25 Rounds :: Glock 18 Submachine Gun

Der Spaß ist recht kostspielig für vllt 10 Minuten schiessen. Nach dieser Erfahrung bin ich immer noch kein Freund von Feuerwaffen, aber es heißt doch man soll alles mal versucht haben und solange ich nur auf Papier schieße kann das sogar wirklich Spaß machen. Auf jedenfall ein Erlebnis.

Aber ich schweife ab:

Das Hostel bat mir unzählige Gesprächspartner. Jeden Tag lernt man neue Menschen kennen. Das bedeutet aber auch das man jeden Tag seine Geschicten aufs neue erzählen darf. Die Fragen nachdem 'Wo kommst du her?' oder 'Was machst du für deinen Lebensunterhalt?' sind bei den UNterhaltungen meist die selben und das die meisten Leute nicht solange bleiben wie ich durfte ich mich dementsprechend oft neu vorstellen. Das wurde auf Dauer etwas nervig aber tat meiner Stimmung keinen Abbruch. Ich bin froh hier her gekommen zu sein. Es fühlt sich einfach richtig an.

Neben dem Baden am Strand und den UNterhaltungen im Hostel habe ich mir natürlich die Gegend genauer angesehen und ein paar Ausflüge unternommen.

So bin ich zum Beispiel in den Everglades gewesen. Dem Regierungsshutdown wieder mal knapp entkommen konnte ich auf der 'Gator Farm' eine Bootstour durch den Sumpf machen, eine Alligatorenshow sehen und natürliche frei lebende Tiere sehen. Diese Boote mit den großen Propellern hinten dran sind übrigens schneller als ich dachte. In den Kurven war ich teils schon besorgt nicht ins Wasser geschleudert zu werden und von den Bewohnern dort verspeist zu werden. Natürlich war diese Sorge quatsch, aber Boote haben schon ganz schön Power. Teils wurde das Wasser so hoch aufgewirbelt das man dieses Sumpfwasser Tröpfchenweise ins Gesicht bekam. Wenn man dabei lacht kann ich euch sagen das es sehr abgestanden schmeckt... Wie auch immer. Auf der Farm wurden sogar Mahlzeiten mit Krokofleisch angeboten, aber dafür war leider nicht genug Zeit. Das Personal dort hat sich wirklich viel Mühe mit uns Touris gegeben. Obwohl sie tagtäglich hunderte sehen hatte ich das Gefühl ich bin nicht nur ein zahlender Gast. Das gilt im übrigen für den ganzen Miami Beach Bereich!  Sehr freundliche Leute. Zum Schluss durfte ich einen Alligator auf den Arm nehmen und ein Foto machen lassen. Ja, ich denke ich empfehle das weiter :-)

 

Ein weiterer Ausflug ging auf die Florida Keys. Eine Inselgruppe südlich von Miami. Key West ist mein Ziel. Dort bin ich am südlichsten Punkt der USA und nur noch 90 Meilen von Kuba entfernt. Eine 7 Meilen lange Brücke führt dorthin und 4 Stunden dauerte die Fahrt pro Weg von Miami bis nach Key West.

Lasst euch sagen... dort ist man dem Himmel verdammt nah! 

Traumhafte Strände und wer will kann einsame Ruhe wie Partymöglichkeiten gleichermaßen dort finden. Alles hat so einen besonderen Flair. Die Menschen sind super freundlich und man fühlt sich einfach gut aufgehoben egal in welche Seitenstraße man gerade abbiegt. Key West ist nicht riesig. Man kann es zu Fuß umlaufen. Allerdngs entscheide ich mich trotzdem für eine Rundfahrt mit einem der Trolleyzüge. Das bewährte Hop on und Hop off System macht es sehr einfach mal eben irgendwo anzuhalten und sich genauer umzusehen um dann 20 Minuten später wieder in einen zweiten Zug einzusteigen. Natürlich kann man hier schnorcheln, mit Delfinen schwimmen und Schnellboot fahren und alles was einem sonst noch in den Sinn kommt. Der Tourismus funktioniert hier prima und wird super integriert.

Das ist eine Erinnerung die ich mir für schlechte Zeiten aufheben werde. Dieser Ort baut mich garantiert wieder auf wenn die Wolken mal grau sein sollten in Deutschland. Paradise on Earth.

 In South Beach habe ich mir für 30 Minuten einen Jetski geliehen und bin damit hinaus auf den Ozean gefahren. Das ist etwas, das wollte ich schon immer mal machen. Jetski fahren bei leichten Wellen und weit und breit um dich herum ist einfach nur Platz! Ich will herausfinden was dieses Gerät so kann und kitzle den Motor ein bisschen. Es ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl so schnell über das Wasser zu rasen. 65 mph sind ca 100 kmh... Man muss sich dabei gut festhalten denn die Wellen lassen den Jetski springen und teils hart aufschlagen. Ich habe mich selten so frei gefühlt.

Ich schreie so gut wie nie, aber hier draussen hört mich eh keiner. Was für ein Spaß!

30 Minuten sind nicht viel aber mein Adrenalinspiegel muss ja auch irgendwann wieder runter und es ist auch ziemlich anstregend sich in die Kurven zu werfen und mit den Wellen zu springen. So bin ich Feuer und Flamme zurück zum Strand gerast als ich mich ausgetobt hatte. Mit breitem Grinsen im Gesicht ging es zurück zum Hostel um das Salzwasser abzuduschen.

Den letzten Tag habe ich mir Miami Ink angeschaut und bin mit zwei Freundinnen aus dem Hostel durch die Einkaufsstraßen gebummelt bevor wir uns Abends zunächst am Strand und dann am Pool entspannt haben.

Das war der perfekte Mix aus Spannung und Entspannung.

Miami Teil 2 war definitv ein gelungenes Erlebnis! Es ist schon erstaunlich wie schnell die Zeit im Urlaub verfliegen kann. Eh ich mich evrsehe sitze ich schon wieder im Flieger nach New York lasse traumhafte Temperaturen von 30 Grad an JEDEM Tag zurück und tausche den Strand gegen das Büro.

 Hier findet ihr noch ein bisschen was für die Augen:

https://www.dropbox.com/photos/c/59aaLdYTmMVcIs2

1 Kommentar 31.10.13 00:18, kommentieren

Unglück im Glück

Ein paar von euch wissen, dass ich schon seit längerer Zeit an einer besonderen Art von Urlaub interessiert bin.

Für alle anderen möchte ich das kurz vor ab erklären.

Wenn ich in ein Land reise dessen Kultur mich interessiert, dann möchte ich nicht in einem Hotel oder Hostel unterkommen. Ich möchte nicht mit anderen Touristen zusammen sein, sondern das Leben dort kennen lernen wie es wirklich geführt wird. Das macht man am besten indem man bei einer Privatperson unterkommt. So wie ihr das aus meinem letzten Eintrag kennt, möchte ich mich also diesesmal auch bei Einheimischen einisten. Der Unterschied ist, das ich dieses Mal länger bleibe. Ich habe im Internet eine Website gefunden die mir genau das bietet. Dort sind 2 Gruppen von Personen aktiv. Eine Gruppe bietet ihr zu Hause an (Hosts) und die anderen sind die Gäste. Das System funktioniert ohne Bezahlung. Der Trick dahinter ist, dass der Host unerledigte Aufgaben hat und Unterkunft und Essen im Gegenzug für anfallende Arbeiten anbietet. Im Vorfeld wird dann geklärt was getan werden muss, wie viele Stunden diese Tätigkeit am Tag ca. beansprucht, wie viel freie Zeit man bekommt und wie lange das ganze Projekt dauern soll. Hier gibt es sämtliche Destinationen. Hosts von überall in der Welt bieten ihre freie Betten an. Die Aufgaben sind dabei genauso unterschiedlich. Das reicht von Landwirtschaft und arbeiten auf dem Bauernhof über Pflegearbeiten und Betreuung von Mensch und Tier bis hin zu Bürotätigkeiten. Es gibt Bilder und genaue Beschreibungen durch die Hosts sowie Erfahrungsberichte der früheren Gäste. Ein System das mir persönlich sehr gut gefällt.

Da ich zu einer bestimmtem Zeit in einem bestimmte Ecke der USA wollte war meine Auswahl nicht so vielversprechend aber ich habe mich also im Vorfeld um einen Platz beworben und die Zusage bekommen.

Aufgepasst: Die Reise geht nun für knappe 2 Wochen nach Florida, Miami. Ich hatte über diese Zeit regen E-mailverkehr mit meinen Hosts. Ein Päärchen in ihren 60ern dessen Kinder ausgezogen sind und lt. Beschreibung nun Hilfe brauchen bei der Tierbetreuung. In der Aufgabenbeschreibung hieß es das es mehrere Hunde gäbe und deswegen Hilfe immer erwünscht sei.

Nun seid ihr auf dem aktuellen Stand der Dinge und ich steige von Dallas in den Flieger Richtung Miami. Ich mal wieder ziemlich spät Abends gelandet. Es war kurz vor Mitternacht. Meine Hosts schreiben mir das sie das so besser finden. Das würde das Treffen im Flughafen erleichtern. Ich solle nur kurz anrufen vorher und dann sind sie in 20 Minuten am Flughafen. Ja, so viel zur Theorie... Ich habe zwei Telefonnummern bekommen und beide wurden nicht beantwortet. Ich habe es mehrfach versucht aber kein Glück gehabt. Alles was ich tun konnte war Nachrichten auf den Abs zu hinterlassen. Im übrigen rufe ich von einem Münztelefon an und habe schon bald kein Kleingeld mehr für einen weiteren Anruf, da die Telefon keine Kreditkarten akzeptieren. Ich dachte mir, nunja, eventuell sind sie unterwegs oder eingeschlafen oder etwas anderes ist passiert. Ich versuche es einfach am nächsten morgen nochmal.

Die Nacht am Flughafen war in Ordnung. Es ist ziemlich witzig, das immer wenn mir kalt wurde in der Nacht, ich nach draussen gegangen bin um mich wieder aufzuwärmen. Hier arbeiten die Klimaanlagen ind er Nacht auch auf Hochtouren und draussen sind es bestimmt noch 20-25 Grad. Der nächste Morgen verspricht mir ein Frühstück bei Starbucks und somit Kleingeld um einen weiteren Telefonanruf zu versuchen. Ihr könnt euch eventuell denken das ich keinen Erfolg hatte. Plan B war es also mit dem Shuttle dorthin zu fahren. Ich hatte die Adresse gemailt bekommen und bin also nach einer Stunde dort aufgeschlagen, da der Fahrer so seine Probleme hatte sich zurechtzufinden.

Men erster Eindruck bei dem sehr sonnigen und schwülen Wetter war sehr gut. Das Haus hatte überall tropische Pflanzen ringsherum und ein schöner Eingangsbereich mit nettem Sonnenschutzbogen. Es waren gerade 2 Handwerker draussen und begannen damit einen Zaun zu errichten. Die beiden bestätigten mir das ich hier richtig sei und riefen meine Hosts raus. Tatsächlich habe ich das Paar danna uch angetroffen. Die beiden entschuldigten sich für alles und versicherten mir mich gestern Nacht am Flughafen gesucht zu haben. Sie hätten versucht mich zurückzurufen aber bei den Münztelefonen ist das wohl nicht möglich. Wie auch imer, ich war froh angekommen zu sein. Man bat mich herein.

Da began der Horror... Aus dem Fernsehen kennt man eventuell die Bilder die ich gleich beschreibe:

Ich bin kein Mensch der sich schnell beschwert, aber das war eine echte Zumutung. Es gab 11 Hunde, 2 Katzen und unzählige Kreaturen die sich wohl im Haus eingenistet hatten... Die Katzen waren beide krank. Keine Ahnung was denen genau fehlte, so richtig sagen konnten mir die beiden Besitzer das nicht, aber Augen, Nase und Fell sahen wirklich nicht gut aus. Ich habe mich immer gesträubt die zwei zu streicheln, obwohl sie wirklich sehr anhänglich waren und schmusen wollten. Die Hunde waren zwar alle samt klein, aber hatten trotzdem keinen ausreichenden Platz und haben sich im ganzen Haus erleichtert. So roch es auch. Sie hatten lediglich 2 Boxen vor dem Fernseher stehen die ihnen als Klo dienen sollten, aber nicht alle Hunde haben das genutzt und spazierengehen kennen die Tiere gar nicht. Zum Glück war nur einer der Hunde bissig. Ein kleiner Zwergpinscher ohne jegliche Furcht und einer Vorliebe für meine Schuhe und Hosenbeine.

Mein Zimmer war notdürftig 'aufgeräumt' worden und das Badezimmer war für ihre Verhältnisse gut. Der Rest des Hauses allerdings war eine reine Katastrophe.
Überall türmte sich Müll und Unrat. Das Wort Messi ist euch wohl ein Begriff... Genau bei solchen bin ich gelandet. Ihr werdet ein paar Bilder zu sehen bekommen, die zeigen was ich meine.
Wie sich herrausstellen sollte brauchten die meine Hilfe um aufzuräumen und das Haus wieder in Ordnung zu bekommen, aber unter uns gesagt, die brauchen wirklich professionelle Hilfe.
Die zwei sind nette Menschen. Das machte es mir noch schwerer nicht auf der Stelle umzudrehen. Allerdings fragte ich mich ob meine 13 Tage dort ausreichen würden um wirklich was zu bewegen und wie lange das dann halten würde. Ich wollte meine Zeit nicht vergeuden und Miami nur in diesem Haus verbringen... aber aus nichts anderem hätte meine Zeit dort bestanden, denn dieses Chaos braucht eine Menge Aufmerksamkeit und Tatkraft um beseitigt zu werden.
Ich habe mir selber gesagt, ich versuche es für 24 Stunden. Ein Zeichen guten Willens und um herauszufinden ob sich meine Vermutungen bestätigen. Ein weiteres Problem war, dass es auch kein richtiges Essen dort gab. Man bekam dort essen aus der Dose und wirklich direkt aus der Dose in den Mund, weil eben kein Geschirr sauber war ist die Küche quasie nutzlos. Bei den Getränken hatte ich zur Auswahl: Tee, Kaffee und Wasser aus der Leitung. Soetwas wie Sprudel, Bier oder ähnliches gab es nicht. Die Katzen bekamen bei Zeiten bestenfalles mal etwas Milch.

Für mich ging es nicht lange nach dem ersten Umschauen und Zimmerbezug sofort an die Arbeit. Der Garten wartete. Der sollte von Bambus befreit werden. So fing ich mit einer elektrischen Säge an das Holz zu zerkleinern und an die Straße zu tragen. Einige Zeit später durfte ich helfen den Sonnenschutzbogen im Eingang auszubauen und neue Palmenblätter darauf zu legen und von Gestrüb zu befreien.

Es wird spät. Ich habe hunger. Den ersten Abend gehen wir  zum Glück zum kennenlernen auswärts gessen. Es ging zum chinesischen All-you-can-eat Buffet. Da habe ich mich reichlich bedient sodass ich die Vorstellung einer Dosenmahlzeit erstmal vergessen konnte.

Auch sehr interessant fande ich eine kurze Unterhaltung der beiden im Auto als es zur Tankstelle ging. Beide waren begeistert wie günstig das Benzin heute sei. Der Mann erzählte darauf hin freudig das er deshalb auch extra den Tank halb voll getankt hätte. Dazu habe ich geschwiegen und mir meinen Teil gedacht. Mir war jetzt jedenfalls klar wieso es keinen Sprudel im Haus gab. Auch die ganzen Geschichten über ihre Familie machten mir bewusst das wir unterschiedliche Ziele im Leben haben. Ich bin aber froh das wir wenigstens miteinander reden konnten.

Anschließend wieder im Haus half ich am Abend der Frau dabei ein paar Dinge von A nach B und wieder zurück zu schieben. Dabei habe ich versucht mit ihr eine Taktik zu entwickeln wie sie das ganze besser lösen kann, aber auf dem Ohr war sie taub. Ratschläge sind hier weniger willkommen. Die Nacht dort war fürchterlich. Die Tiere haben nur krach gemacht und schlafen war wirklich schwer. Neben dem Schlafmangel gab es Insektenstiche.
Das wollte ich so keine 2. Nacht mitmachen. Nachdem ich am nächsten morgen einen Schrank lackiert habe und fertig war mit dem Tierfutter habe ich mich zurück zum Flughafen bringen lassen, denn meine Chancen hier etwas von Miami zu erleben sind vernichtend gering  und dann noch diese Umstände mit dem Chaos... so hatte ich mir das Experiment nicht vorgestellt.

https://www.dropbox.com/photos/c/6IfB2BaCcgrwI6H

Mein Plan war es gewesen die Zeit über in diesem Haushalt zu verbringen, doch was jetzt? Sollte ich mir etwa für 2 Wochen ein Hotelzimmer mieten und die üblichen Mietpreise für Miami in Kauf nehmen? Das war mir auch nicht recht. Aber weg konnte ich auch nicht, denn erstens hatte ich noch gar nichts von Miami gesehen und zweitens war mein Rückflug gebucht und bezahlt, ich wollte das ganze jetzt nicht stornieren und am Ende kräftig drauf zahlen. Nein, da musste es eine bessere Alternative geben. Das Internet hat mich in diese Situation gebracht und holt mich da auch wieder raus, dachte ich mir. Also ab ins Netz und nach Alternativen schauen. Es hat mich gar nicht so viel Zeit gekostet da hatte ich die Lösung und eh ich mich versah befand ich mich schon im Shuttle Richtung Urlaub.

1 Kommentar 26.10.13 01:14, kommentieren

DFW

Eure Reise geht weiter.

Wir verlassen Nevada und Arizona, in Richtung Landesmitte. Da ich es in der letzten Zeit schön warm hatte und das nicht missen möchte, halte ich mich südlich.

Mein Flugticket sagt DFW. Was kann denn das für ein Landeziel sein? Nun, ich sage es euch. Dallas / Forth Worth!

Freunde, ich bin in Texas! Yeeehaww!

Erinnert ihr euch noch an einen meiner früheren Blogeinträge indem ich euch sagte das ich eine nette Frau im Hotel in Frankfurt kennen gelernt habe? Sie lud mich ein sie in Texas besuchen zu kommen und zeigt mir dann Dallas. Was soll ich sagen? Hier bin ich. Natürlich habe ich sie vorher informiert das ich ihr Angebot annehmen werde und so holt sie mich bereits vom Flughafen ab.

Zunächsteinmal geht es vom Gepäckband in Richtung Parkhaus. Da der Abend schon wieder etwas fortgeschritten ist standen nicht mehr viele Autos dort. Und sie zeigte mir ihren Neuwagen. Ein Mercedes, bitte fragt mich nicht welcher Typ genau – aber sehr schick. Der Koffer passte gerade so in den Kofferraum und dann waren wir auch schon auf der Straße. Unterwegs erklärte sie mir, das sie etwas ausserhalb von Dallas wohnt. Der Ort nennt sich Celina. Wie sich später rausstellen sollte ist Celina im Grunde eine riesige Fläche die gerade fleissig bebaut wird und eine Stadt des Wachstums wie aus dem Bilderbuch ist. Das Zentrum von Celina ist sehr rustikal. Alte Gebäude mit dem gewissen amerikanischen Etwas. Die ganzen Einfamilienhäuser überall lassen das ganze ein wenig verschlafen wirken. Nun zieht sich Celina  etliche Kilometer weit. Es gibt viele freie Flächen und viele große Anwesen genau wie Firmengebäude und öffentliche Einrichtungen. Es ist eben alles nur etwas... größer.

Einen Satz den ich im Laufe meiner Zeit hier noch oft hören udn wahrscheinlich nie wieder aus dem Kopf bekommen werde ist: Everthing is bigger and better in Texas!

 

Die Fahrt vom Flughafen nach Celina dauerte ca. eine Stunde. So hatten wir viel Zeit zum reden. Es stellte sich raus das meine Gastgeberin eine ausgezeichnete Fremdenfühererin ist. Sie verriet mir das wir gleich morgen nach dem Aufstehen nach Dallas rein fahren würden damit ich die Stadt besichtigen kann. Klingt nach einem guten Plan für mich. Wir kommen vor ihrem Haus an. Sie wohnt alleine und hat 2 angenehme Katzen. Ein superschönes Haus. Nicht zu groß und prollig aber zeugt doch von Größe, Geschmack und ist überaus sauber. Ich beziehe mein Zimmer und finde ein voll ausgestattet Gästezimmer mit eigenem Bad vor. Wow. So viel habe ich nicht erwartet, aber das sind Überraschungen die ich gerne habe.

Den nächsten Morgen gab es dann nach dem Frühstück eine kleine Planänderung. Da mein Gegenüber Häuser verkauft arbeitet sie auch am Wochenende und passt sich den Terminwünschen der Kunden an. So habe ich den Morgen 4 amerikanische Mittelklassehäuser gesehen und den Kunden mit meiner europäischen Meinung zu den Häusern zu einer Entscheidung verholfen.  Kleine Anmerkung am Rand: Sie haben sich trotz meiner überzeugenden Werbung für Haus Nummer 2 für das Haus Nummer 3 entschieden.

Allmählich fange ich an mich für die amerikanischen Häuser zu begeistern und wer kann es mir verübeln wenn man die ganze Zeit mit einer Maklerin unterwegs ist Es ist ihr Job dich zu begeistern.

Nachdem wir die Kunden verabschiedet haben und uns auf den Weg Richtung Dallas machen wird noch ein kurzer Abstecher gemacht. Ein Neubaugebiet auf dem viele Häuser gerade aufgebaut werden. Natürlich alles aus Holz. Fertige Häuser die darauf warten von einem Kunden bezogen zu werden. Es gibt einige Schauhäuser die ohne Termin jederzeit besichtigt werden können. So haben wir uns kurz die Baustellen und zwei Musterhäuser angesehen. Vollkommen ausgestattet mit den schönsten Einrichtungsgegenständen. Ich wollte nicht nach dem Preis fragen, aber 350.000 Dollar schien fair zu sein. In Gedanken hatte ich mich schon eingerichtet und die ersten von euch zum BBQ eingeladen.

Dann ging die Fahrt nach Dallas weiter. Wir sind in ihrem Auto über den Highway und haben den Ring um Dallas um fahren um die Skyline gut zu sehen. Meine Führung ging los. Ich sagte euch ja, das sie Fremdenführerqualitäten hat, aber es schien auch so als ob sie eine feste Route im Sinn hätte. So haben wir fast jedes Viertel gesehen und nur an den wichtigsten Punkten gehalten. Ich habe zum Beispiel gesehen wo Kennedy erschossen worden ist und wo die Serie Dallas gedreht worden ist. Ich habe aber auch erfahren warum Dallas überhaupt entstanden ist und wer sein Rivale ist. Den Rivalen besuche ich morgen

Wir haben uns noch eine Shopping Mall angesehen. Ob ihr es glaubt oder nicht, aber diese Shopping Mall war RIESIG. Ungelogen braucht man einen Tag um alles zu sehen. Daneben ein Parkhaus mit der selben Größe. Hier gibt es alles! Das beste finde ich aber die Schlittschuhbahn, die ganzjährig genutzt werden kann und sich im Zentrum befindet. Meine neue Bekanntschaft verriet mir das es davon in der Stadt 2 Stück gibt und in Texas sowieso in jeder Stadt, die etwas auf sich hällt, so eine zu finden ist. Ihr wisst ja: Everything is bigger and better in Texas.

 Den nächsten Morgen ging es dann nach Forth Worth. Der kleine Rivale und Nachbar von Dallas. Man sagt den beiden anscheinend eine Freundschaft zu wie sie Schalker für Dortmunder empfinden. Naja, ihr wisst schon.

Ich muss aber gestehen, das die beiden Städte sich sehr unterscheiden und ich meinen Favorieten gefunden habe. Wärend Dallas sehr dem Stil einer amerikanischen Großstadt nacheifert ist Forth Worth mehr auf Tradition aus. Hier findet man noch echte Saloons, Cowboys und Rindviecher. Wir hatten das Glück einen Tiertrieb zu sehen und haben die Ställe der Versteigerung besichtigt. Das Colluseum hatte leider geschlossen. Ich hätte gerne ein Rodeo gesehen das hier regelmässig stattfindet. Aber man kann nicht alles haben. Dafür habe ich im alten STadtgebäude die zweite Etage, verbotenerweise, besichtigt. Schilder haben uns den Zutritt ausdrücklich  versperrt, aber meine Begleitung hat das dem Spaßes halber wohl einfach mal übersehen um mir die Tresortüren zu zeigen. Dicke Stahltüren mit interessanten Ornamenten verziert. Ich bin froh das wir uns kurz hochgeschlichen haben.

Danach ging es im Saloon etwas essen und zum alten Bahnhof in dem heute noch Dampflokomotiven einfahren. Ihr seht also, das Stadtbild ist ein ganz anderes. Alles wirkt wie eine Westerkulisse, nur authentisch. Ich bin absolut überzeugt: hier leben die Menschen wirklich so. Das ist kein Touristengag und macht Forth Worth echt zu einem Erlebnis. Denn genau sowas wollte ich in Texas sehen.

Den Abend haben wir bei einer Pizza ausklingen lassen und noch lange über Gott und die Welt geredet. Sie erklärte mir das am nächsten Morgen dann wieder ein voller Terminkalender auf sie wartet, so kam es dann, das ich bis zum Bahnhof gebracht worden bin und ich von da aus nach Dallas reingefahren bin. Ich konnte mich nicht genug bedanken für diese Gastfreundschaft die ich hier erfahren habe. Es gibt wirklich noch Herzenzgute Menschen da draussen und das ist der Beweis für mich. Ich hoffe wir bleiben in Kontakt und sehen uns eventuell nochmal wieder.

Nun hatte ich Glück das gerade die Texas Fair (BigTex - große Texas Messe) in der Stadt war und so konnte ich mir die Zeit bis zum Flug vertreiben und den wunderschönene, sonnig, warmen Tag in Dallas verbringen.

https://www.dropbox.com/photos/c/rcC6dk1przyCrnW

Ich bin also gut zufrieden in den Flieger gestiegen und denke auch nur positiv an diesen Ausflug zurück. Aber nun geht es für mich weiter. Es warten noch mehr Momente des Staunens auf mich, aber das wusste ich bis dahin noch nicht.

Bleibt neugierig

1 Kommentar 25.10.13 01:50, kommentieren